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Vierleiner - Flugtipps
Die folgenden Grafiken zeigen die verschieden Steuerimpulse von Vierleinern mit Griffen. Nehmen Sie sich 2 Minuten Zeit und lassen Sie sich nicht verwirren, denn es ist weniger kompliziert als es scheint (die Stellung der Griffe ist quasi “vor Ihrem Bauch” bzw. “von oben betrachtet” dargestellt, die roten Pfeile schematisieren den jeweiligen Kraftaufwand; die oberen Steuerleinen sind jeweils in der Mitte nebeneinander, die unteren Bremsleinen sind perspektivisch nach außen gedreht):
Mit den oberen Steuerleinen lenken Sie den Kite wie ein Fahrrad im Leerlauf und mit den unteren Bremsleinen lenken Sie den Kite gleichzeitig wie einen Rodelschlitten auf Talfahrt nur mit dem Unterschied, dass Sie über den Punkt des abgebremsten Stillstandes hinaus auch rückwärts “fahren” können. Beim Spin (unten) fliegt sozusagen ein Teil des Kites vorwärts und der andere rückwärts; dies ist insbesondere bei den wendigen Stabdrachen ein spektakuläres Manöver, bei dem die hohe Rotationsgeschwindigkeit die anschließende Flugrichtung zum “Roulette” werden läßt.
Weil man also beide Seiten unabhängig voneinander dosiert abbremsen kann, läßt sich im gesamten Windfenster die Richtung UND die Geschwindigkeit kontrollieren. Dies bedeutet totale Kontrolle aller Bewegungen und Flugpositionen. Und hierin liegt die besondere Faszination der Vierleiner: Zum Spiel mit der Naturkraft Wind und zum Kampf mit der immensen Zugkraft einer Powermatte gesellt sich die mit Fingerspitzengefühl auszuführende Justierung einer labilen Balance! Bsp.. Um den nächsten Neustart zu erleichtern landet man den Drachen wie folgt: In der Mitte des Windfensters den Drachen zum Stillstand abbremsen, ihn so drehen, dass die Schleppkante parallel zum Boden verläuft, beide Bremsen leicht weiter anziehen und rückwärts auf der Wiese parken. Zum Start dann einfach Griffe kippen und die Steuerleinen anziehen (vgl. Foto oben). Hier die wichtigsten Begrifflichkeiten einer Lenkmatte mit vier Leinen (ohne De-Power): Die Hauptwaage ist bei Vierleinermatten stets an einem kurzen Tampen gebündelt, an dessen letztem Knoten die Schlaufe der Steuerleine befestigt wird. Die Bremswaage führt dagegen regelmäßig zu einer bis zu 1m langen Leine, in die in regelmäßigen Abständen Knoten gesetzt sind. In diese sog. Knotenleiter wird die Schlaufe der Bremsleine befestigt. Beginnen Sie mit einem Knoten in der Mitte der Knotenleiter (auf beiden Drachenhälften gleich) und überprüfen Sie die Länge der Bremsleinen, die ggf. noch zu korrigieren sind: a) Wenn der Kite trotz ausreichenden Windes nicht richtig Fahrt aufnimmt und auf der Drachenunterseite Falten parallel zur Schleppkante verlaufen, so sind die Bremsleinen zu kurz. Abhilfe: Die Bremsleinen auf beiden Drachenseiten um einen Knotenabstand auf der Knotenleiter verlängern. b) Wenn der Kite sich nicht richtig rückwärts fliegen und auch nicht rückwärts starten läßt (bei voll durchgezogenen unteren Griffenden), so sind die Bremsleinen zu lang. Abhilfe: Die Bremsleinen auf beiden Drachenseiten um einen Knotenabstand auf der Knotenleiter verkürzen. Beim Aufräumen lohnt es sich auf jeden Fall, bereits an den nächsten Start zu denken und darauf zu achten, dass keines der Enden der vier Waagebündel irgendwie in die Waagesammelleinen einfädelt! Unser Tipp: Befestigen Sie beim Abbau auf jeder Drachenhälfte die Knotenleiter der Bremswaage am Tampen der Hauptwaage und fixieren Sie dann diesen Tampen ganz außen an einer Waageleine des Winglets mit einem Buchtknoten. So können Sie den Kite mit den ganzen Waageleinen einfach zusammenrollen... und trotzdem beim nächsten Aufbau sicher sein, dass wenn Sie den Tampen am Winglet lösen, die Waage komplett frei und ordentlich zum Kiteboden verlaufen wird. Je härter Flugstil, Windverhältnisse und Untergrund werden, um so wichtiger ist es, auf Schutzkleidung zu achten! Die Schutzausrüstung der Inline-Skater ist richtig: Knie-, Ellbogen- und Handballenschützer als Skaterequipment sind preiswert und sollten unbedingt getragen werden. Stehen hohe Sprünge an, so ist ein Helm selbstverständliche Pflicht. Und wenn kein perfekter Snowboardhelm oder cooler Skaterhelm zur Verfügung steht, dann ist ein Fahrradhelm immer noch -zig mal besser als gar keiner!
Und wie geht das mit einer Lenkstange (englisch: bar)? Wenn nicht so viele Varianten von Vierleiner-Bars existieren würden, wäre die Antwort: ganz einfach! In der Tat fragen Kite-Schulen-Trainer ihre Neuankömmlinge regelmäßig, ob sie denn gleich mit Vierleiner-Griffen oder erste einmal mit einer Lenkstange anfangen wollen... Der Grund, warum eine Bar meist einfacher als Quadgriffe zu handhaben ist, ist der, dass die zusammenhängende Bar manche Fehler vermeidet, aber auch viele Feinheiten verunmöglicht. Im Wasser ist solch ein einhändiges Lenksystem zwingend erforderlich. Es gibt Kites bei denen die Bar im Zentrum die Steuerleinen und außen die Bremsleinen aufnimmt, und es gibt Kites, die genau umgekehrt kontrolliert werden (Steuerleinen außen und Bremsleinen in der Mitte, was auch einem gängigen 3-Leiner-Prinzip entspricht). Immer aber ist die Bar direkt mit der Lenkstange eines Fahrrades zu vergleichen: rechts ziehen heißt rechts herum lenken (und umgekehrt). Soweit ist die Sache wirklich einfach, denn solche Lenkstangen entsprechen funktionell quasi zwei fest verbundenen Quadgriffen.
Ganz anders bei einem De-Power-Kite, der ebenfalls mit einer speziellen De-Power-Bar geflogen wird (z.B. Foto oben rechts, der Herr am Strand). Eine De-Power-Bar läßt sich auf der zentralen Hauptleine vor und zurückschieben, wodurch ein eigener zusätzlicher Effekt auf das Waagesystem und das Flugverhalten des Kites ausgeübt wird. Denn die Waagesammelleinen eines De-Powerkites sind (auf jeder Drachenhälfte) in drei Strängen zusammengefaßt, die durch eine sog. Z-Leine mit einer Umlenkrolle angesteuert werden.
Auch bei den De-Power-Bars gibt es wieder große Produktunterschiede, vor allem hinsichtlich der komfortablen Möglichkeiten zur Feinabstimmung des Kites und der Sicherheitssysteme, da man hier grundsätzlich immer mit einem Trapez arbeitet. Abschließend sei exemplarisch der Landevorgang eines De-Power-Kites mittels sog. Handbremse ( = Verbindungsleine zwischen den Bremsleinen) dargestellt. weiter zu:
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